Englisch :: Spanisch

Vorstellung
Karl Théodor Goldschmid
Reisen & Expeditionen
Gallerie
Press
Kontacte


Von den Anden in das Amazonasgebiet Ecuadors

Tagebuch eines Forschers, 1939 - 1946

Diese Veröffentlichung und angebotenen Produkten wurden anhand der Fotografien, Karten, Landkarten, Skizzen und weiteren Aufzeichnungen zusammengestellt, die Dr. Karl Theodor Goldschmid (KTG), im Zeitraum 1939-1946 während seiner zehn Expeditionen in den damals fast unbekannten, undurchdringlichen Tropenwald Ecuadors angefertigt wurden. Das Material ist zusammen mit weiteren Aufzeichnungen aus anderen Gegenden der Welt und anderen Zeiten im Goldschmid-Archiv in Zürich verwahrt.

Die Ecuador-Abteilung des Goldschmid-Archivs wurde für die Veröffentlichung vor allem deshalb ausgewählt, weil KTG dem Land Ecuador und seinen dortigen beruflichen und persönlichen Erlebnissen stets besonders verbunden war. Ein zweiter Aspekt war der gute Zustand des Foto- und Dokumentarmaterials, der die Systematisierung erleichterte, die wir heute den Lesern und Sammlern offerieren. 

Als Forscher und passionierter Fotograf hatte er seit seiner Studienzeit ungefähr 60 Gipfel der Schweizer Alpen bestiegen - die Kamera stets dabei. Eine große Anzahl großformatiger Negative, einige auf Glas, sind Zeugen dieser frühen Leidenschaften. 

Für die Reise nach Ecuador erwarb er eine der modernsten Kameras der damaligen Zeit, die Contax II, mit der er, unter Verwendung der von Kodak neu auf den Markt gebrachten Kodakchrome-Film (35mm), Farbdias anfertigte. Nebenher fotografierte er auch im Format 9 x 13 und 4 x 6. Zusammen mit seinem Stativ, Belichtungsmesser und der restlichen Fotoausrüstung füllten diese Kameras seinen großen Rucksack. 

Damals wurden die Kodakchrome-Filme zur Entwicklung in die Vereinigten Staaten geschickt. Es dauerte vier bis sechs Wochen, bis die Bilder wieder in Quito ankamen. Obwohl Krieg war, funktionierte die Versendung einwandfrei und kein einziger Film ging verloren. Auch wenn sich mein Vater selbst immer zu den Amateur-Fotografen zählte, hat er durch sein Geschick viele wertvolle Bilder geschaffen. Er hatte das, was man einen „guten Blick“ nennt. 

Damals verfügte das ecuadorianische Amazonasgebiet noch über keinerlei Infrastruktur. Straßen waren nicht vorhanden, mit dem Brückenbau wurde gerade erst begonnen und außer kleinen Dörfern gab es keine Ansiedlungen nennenswerter Größe. Neben den indianischen Ureinwohnern wohnten dort nur ein paar Siedler und mehrere Missionarsgruppen unterschiedlicher Glaubensrichtungen. Sowohl die Expeditionen als auch das dabei entstandene Material erschienen uns daher von aktuellem Interesse zu sein.  

Ausgewählt wurden vor allem Farbdias – die ersten, die in dieser Gegend gemacht wurden –, um visuell die Routen wieder herzustellen, über die die Expeditionen das Amazonasgebiet erreichten. 

Aber was wären diese Bilder ohne die begleitende Beschreibung der Erfahrungen, Treffen, Entbehrungen und der Schönheit, die ihm auf diesen Reisen begegneten. Eine editierte Auswahl seiner Reisetagebücher, Korrespondenz und weitere Zeugenberichte begleiten die Aufnahmen in diesem Buch: Von den Anden in das Amazonasgebiet Ecuadors: Tagebuch eines Forschers, 1939 - 1946

Mit dieser Veröffentlichung möchte das Goldschmid-Archiv den Lesern einen kurzen, ganz persönlichen Einblick in eine Zeit ermöglichen, in der Ecuador sich an der Schwelle zur Modernität befand. 

Heinrich Goldschmid